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4 Drittes Stadium 4.1 Leistungsdefizite Peters verändertes Verhalten, also die Tatsache, daß er sich nicht mehr am Unterricht beteiligt, führt zwangsläufig zu Lücken in Kenntnissen und Fertigkeiten. Außenstehende erkennen diese Lücken nicht direkt. Meßbare Leistungsdefizite (z.B. Noten) zeigen aber das Versagen des Kindes auf. Peter nimmt nun selbst die Minderleistung vorweg und bekommt Angst zu versagen. Vermeidung und Blockierung sind die Folge. Die Angst führt im Bereich der kognitiven Fähigkeiten zur Blockierung in Streßsituationen, so daß die Leistung gerade dann abfällt, wenn sie gefordert wird. Es ist die typische Situation eines Schülers, der am Vortag die Vokabeln gelernt hat und beim Anblick des Notenbuches alles vergißt. 4.2 Selbstvorwürfe Peter versucht seine Lücken zu verbergen. Er kann sie aber gegenüber der Umwelt nur teilweise vertuschen, da diese seine Zensuren wahrnimmt. Gegenüber sich selbst kann er sein fehlendes Wissen überhaupt nicht verbergen, da er der Einzige ist, dem seine Lücken unmittelbar bekannt sind. Ein schlechtes Gewissen ist die Folge. Peter macht sich Selbstvorwürfe (z.B. hätte ich doch bloß früher mit dem Lernen angefangen.). Aber diese verringern die Vermeidungstendenzen nicht, sondern sie verstärken sie sogar, da das Lernen immer schwieriger wird und der Druck auf ihn ständig zunimmt. 4.3 Entstehung von Lern- und Leistungsstörungen im dritten Stadium Im Falle Peters hat der Schüler nun die beiden ersten Stadien durchschritten und ist somit ins dritte Stadium gelangt. Dieser Weg ist nicht notwendig. Im Leben eines konkreten einzelnen Kindes kann die Störung im Prinzip aus jedem Stadium beginnen. Kinder, die vielleicht zuvor völlig unauffällig waren, rutschen aus verschiedenen Gründen (Vermeidung, Lernausfälle, Angst, Blockierung oder persönliche Belastungen) in das dritte Stadium. Das kann z.B. dadurch geschehen, daß der Großvater stirbt und der Schüler innerlich blockiert. 4.4 Übersicht des dritten Stadiums Was jetzt entstanden ist, ist ein großer Teufelskreislauf, ein System, das sich ohne äußere Ursache selbst erhält. Das Stottern ist jetzt nicht mehr entscheidend. Selbst wenn Peter dies ablegen würde, käme er wohl ohne fremde Hilfe nicht mehr aus diesem Karussell heraus, denn - die Lücken nehmen laufend zu, - das Kind vermeidet immer mehr, - es entwickelt Schulangst und Leistungsstörungen und - das Selbstwertgefühl wird durch Versagenserlebnisse und durch Schuldgefühle zunehmend untergraben. 4.5 Das Modell des dritten Stadiums
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