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Schulisch gemachtes Schulversagen, Versager Teufelskreis

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2 Das erste Stadium

Zur genaueren Veranschaulichung dient uns ein fiktiver zehn jähriger Junge namens Peter. Wir gehen im folgenden Text davon aus, daß er aus normalen Verhältnissen stammt und sich mit der Ausnahme eines einzigen Mangels nicht von einem Durchschnittsschüler unterscheidet.  Bei dem erwähnten Defekt handelt es sich um die Tatsache, daß Peter stottert.  

2.1 Die Attribuierung (Stigmatisierung)

Da es sich bei Peter, wie auch bei seiner Umwelt, um normale Menschen handelt, können wir bei ihm eine "naiv-psychologische" Betrachtungsweise, wie sie Laucken 1979 formulierte, voraussetzen, wonach

“1. Charaktermerkmale als feststehende Eigenschaft vorliegen, 2. die vorliegende Eigenschaft die Handlung in einer bestimmten Situation definiert, 3. es in jeder Situation eine "normale" Reaktion gibt und 4. die Erlebnisinhalte einer Situation objektiv (d.h. allgemeingültig und auch von Dritten) feststellbar sind” (S. 33).

In unserem Fall bedeutet dies, daß Peter die feststehende Eigenschaft des Stotterns besitzt (1), er aber bei einem Vergleich mit seinem Umfeld feststellt, daß diese Eigenschaft in keiner Situation als normal anzusehen ist (2 und 3). Da auch seine Umwelt diese Eigenschaft objektiv wahrnehmen kann (4), schließt er hieraus, daß er einen Defekt hat. Da Peter nicht in der Lage ist, seinen Mangel, das Stottern, in absehbarer Zeit zu beheben, handelt es sich um einen permanenten Defekt. Peter folgert infolgedessen, daß er niemals in der Lage sein wird, so wie seine Mitschüler zu sprechen. Persönlich empfindet er das Stottern sehr schnell als eine negative Eigenschaft, da das Umfeld abwertend auf sein "unnormales" Verhalten reagiert. So wird Peter sehr schnell als dumm und unkonzentriert abgestempelt. Dies kann man aus der Tatsache heraus Erklären, daß Peters Mitschüler und Freunde sich nicht in seine Lage versetzen können, da sie "normal" sind. Stottern ist für sie eine fremde Eigenschaft, auf die sie mit Unverständnis reagieren.  

2.2 Repressionen

Zu den Naiv-psychologischen Grundlagen von Laucken gehören, neben den bereits genannten, auch solche über Wertordnungen.

“5. Um bestimmte höherwertige Ziele zu erreichen, dürfen auch Mittel angewandt werden, die sonst verfemt sind und

6. schließlich sind gewisse Werte unter allen Umständen zu verteidigen” (S. 33).

  
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